Beruf Reiseblogger – so sieht die Praxis aus

Du reist gerne und leidenschaftlich? Du bist ein echter Weltenbummler, hast Interesse an Reisefotografie und überlegst Dir, aus dem Hobby mit einem Reiseblog als Influencer einen Beruf zu machen? Dann ist dieser Beitrag sicherlich interessant für Dich.

Und mal ganz ehrlich, wert reist nicht gerne und würde sich zumindest die Reisekosten gerne mit etwas Arbeit finanzieren? Das Ganze ist auch nicht fürchterlich kompliziert und auch für blutige Anfänger relativ leicht zu lernen. Allerdings muss man natürlich schon etwas Talent und Freude am Schreiben mitbringen. Auch gute Fotos gehören unbedingt zum ordentlichen Reiseblog.

 

In diesem Beitrag erfährst Du alles rund am das Thema Influencer im Travel & Lifestyle Segment.

Aus dem Hobby einen Beruf machen

Wer kennt sie nicht, die typische Situation, wenn man neue Leute kennenlernt und sich gegenseitig fragt, was man beruflich macht. Wenn da eine Person fröhlich verkündet, sie sei Reiseblogger, wird erstmal alles still und keiner weiß im ersten Augenblick, wie er darauf reagieren soll. Als nächstes kommt dann in etwa dies: „Wow! Du kannst davon leben? Du reist das ganze Jahr und kriegst auch noch Geld dafür?“. Eventuell hört man auch ein „naja, schon interessant, aber ich könnte das nicht, immer so in günstigen Hotels zu schaffen und aufs Geld achten zu müssen.“

Oft bekommen Reisblogger auch Emails die mit einem „Viel Spaß im Urlaub!“ enden. Allerdings geben die meisten Reiseblogger an, dass es sich, seit sie als Influencer tätig sind nur mitnichten um Urlaub handelt. Denn für Sie ist das Reisen beruf, also mit Arbeit verbunden, und das nicht zu knapp!

Wie das Ganze also wirklich aussieht, sehen wir uns jetzt an.

Was machen Reiseblogger tatsächlich?

Im Prinzip gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen Reiseblog zu unterhalten. Einige machen sich tatsächlich mit Sack und Pack auf eine Weltreise und verdienen sich den Lebensunterhalt damit, das breite Publikum an dem Abenteurer per Blog teilhaben zu lassen. Immer wieder hört man von derlei spektakulären Aktionen. Auf dem Drahtesel quer durch die Welt zu Fuß ein Land über mehrere Monate erlaufen usw. Hier wir der Blog eher gemacht, um dieses spezielle, einmalige und sehr kostenintensive Vorhaben zu finanzieren.

Andere sind Menschen wie Du und ich, die gerne und viel reisen und von diesen Reisen in Ihren Blogs berichten. Während sie nicht reisen, schreiben sie vielleicht über Reisevorbereitungen, wie man tolle Urlaubsfotos machen kann, machen Reviews über Reiseutensilien, lassen an der Planung der nächsten Reise teilnehmen, usw.

Und genau arbeitet man so als Reiseblogger?

 

Hier gehen wir von dem zweiten Typ Reiseblogger aus, derjenige, der nicht nur eine ganz besondere Aktion finanzieren will, sondern jemand, der sich einen Lebensunterhalt zu einem normalen Leben aufbauen möchte.

Da man ja nicht andauernd reisen kann, vermischt sich das hier wie bereits beschrieben auch mit dem bloggen oder dem Posten in Social Media über Themen rund ums Reisen und vor allem auch oft Lifestyle generell, also auch Unternehmungen am Wochenenden, Restaurantbesuche, etc.

Viele Leute denken, dass Reiseblogger den ganzen Tag am Strand oder Pool liegen, leckere Cocktails schlürfen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Dies ist jedoch absolut nicht so, denn wie alle anderen Influencer in anderen Themenbereichen muss auch der Reisblogger stets am Zahn der Zeit bleiben, Trends erkennen, ständig mit seinen Followern auf verschiedenen Social Media Kanälen interagieren, Posten, Vorbereiten, Unternehmen anschreiben und, und, und.

Blogger berichten typischerweise über Arbeitsphasen von 60 Stunden pro Woche, selten weniger als 30 und geben an seit Jahren keinen einzigen wirklich arbeitsfreien Tag gehabt zu haben. Denn gerade, wenn man andere an seinem Leben teilhaben lässt, hat man ja nie Feierabend oder Wochenende.

Viele arbeiten mehr als in vorherigen Jobs, beschweren tut sich jedoch keiner, denn immerhin wurde aus dem Hobby und der Leidenschaft ein Beruf.

Sehen wir uns die einzelnen Aufgaben des Reisebloggers einfach mal an.

Beiträge schreiben

Für einen Blogger, egal in welchem Bereich, ist natürlich das Schreiben der Artikel ein großes Stück der zu leistenden Arbeit. In einem hochwertigen Blog sind die Artikel selten kürzer als 2.000 bis 3.000 Wörter. Das sind so um die 10 Seiten. Und das Ganze muss nicht nur geschrieben, sondern zuvor auch recherchiert werden. Dies für Themen rund um das Reisen und natürlich auch für die Reiseberichte selbst. Denn es soll zwar alles aus der eigenen Sicht geschrieben und lustig, pfiffig und intelligent kommentiert werden Aber die Sehenswürdigkeiten vor Ort, die Ausflugsmöglichkeiten und Empfehlungen müssen zuvor erforscht und vieles überprüft werden. Denn schließlich will man seinen Lesern ja echte und nützliche Information geben. Dazu gehören Verkehrsverbindungen, Fluginformationen, Fahrpläne von Fähren, Preise, und vieles, vieles mehr. Was auf den ersten Blick einfach und leicht aussieht, erfordert in der Praxis gründliche und zeitintensive Arbeit.

Je nach Beitrag braucht man daher in der Regel ca. 4 bis 8 Stunden, bei sehr aufwendigen Artikeln auch mal zwei Tage.

Ist der Artikel dann fertig, muss er formatiert und ins Backend der Webseite eingepflegt werden, damit es auch für die Leser richtig schön aussieht.

Dabei müssen auch passende Bild ausgewählt und ebenfalls eingepflegt werden.

Den Blog bekannt machen

Die Beiträge zu schreiben, ist allerdings nur ein kleiner Teil der Arbeit, der hinter einer Webseite bzw. einem Blogs steckt. Denn ohne Leser macht das Schreiben und die ganzen Mühen ja wenig Sinn. Und die Leser fallen nicht einfach so vom Himmel.

So ist die Suchmaschinenoptimierung (SEO) sehr wichtig, denn so werden Leute, die in Google nach Information über Themen rund ums Reisen, Reiseziele, etc. suchen, auf Dich als Blogger aufmerksam.

 

Zudem muss man auf allen wichtigen Sozialen Netzwerken präsent sein, mit anderen Bloggern interagieren, Gastbeiträge schreiben und vieles mehr. Im Grunde macht man also alle Dinge des klassischen Online-Marketings.

Insbesondere die Betreuung der Social Media Kanäle – z.B. Facebook, Instagram, Pinterest – nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Auch hierfür müssen passende Bilder erstellt werden, spezielle Beiträge und Kommentare erdacht werden und bei anderen ordentlich viel kommentiert werden. Und die Kommentare unter dem eigenen Post müssen natürlich auch beantwortet werden, denn sonst wandern die Follower schnell ab.

Wenn man dann auch noch ein paar YouTube Videos machen möchte, kommt nochmal jede Menge Arbeit dazu.

E-Mails von Lesern beantworten

Die meisten Blogger bekommen auch jede Menge Emails, die alle beantwortet werden wollen. Denn so hält man Kontakt mit den Lesern und die Leser bleiben treu. Gleiches gilt natürlich auch für die Kommentare, die auf der Webseite abgegeben werden können.

Ein guter und erfolgreicher Blogger versucht die Emails und Kommentare so zeitnah wie möglich zu beantworten, nicht erst Tage später.

Weiterentwicklung

Auch ein Reiseblog muss, wie jedes andere Business auch, ständig weiterentwickelt werden. Neue Idee müssen gesucht, Reisen oder Aktionen geplant, das Marketing Konzept muss erstellt und realisiert und die Webseite optimiert werden.

Ein eigener Blog ist ein bisschen wie eine Baustelle, es muss ständig was gemacht werden, und zwar an vielen verschiedenen Stellen. Und wenn das Gebäude fertig ist, fallen in regelmäßigen Abständen Reparaturen und Renovierungen an – es nimmt alles kein Ende. Macht aber natürlich trotzdem, oder gerade deshalb, sehr viel Spaß!

Wie viel verdient man aber nun als Reise Blogger

Die hartgesottenen Weltreisenden und Aussteiger reisen nicht, sondern leben ortsunabhängig. Dies bedeutet, dass sie keine Fixkosten in Deutschland haben und die monatlichen Kosten für das überleben und das weiterreisen verdienen müssen.

Die andere Gruppe Reise und Lifestyle Blogger leben in Deutschland und müssen das „normale“ Reisen finanzieren. Und strenggenommen natürlich auch den Unterhalt des Blog (Webseite selbst). Typischerweise kommen pro Monat ca. 120 Euro an Kosten für Software-Lizenzen, z. B. Photoshop, Lightroom, das Newsletter-Tool und diverse kostenpflichtige Plugins für den Blog. Hinzu kommen die Kosten für Webhosting und Domain in Höhe von ca. 60 Euro im Monat

Wenn man also vom Reiseblog leben möchte, müssen die Kosten eingefahren werden, was dann darüber liegt ist Einkommen.

Ein Pärchen Reiseblogger gibt z.B. an nach zwei Jahren mit dem Blog in etwa soviel zu verdienen, wie zuvor mit den beiden festen Jobs. Natürlich weiß man nicht, wie viel das genau ist, aber es gibt schon mal einen Anhaltspunkt. Im ersten Monat waren es ca. 20 Euro, die sie mit dem Blog verdient hatten. Über Nacht wird man also weder berühmt noch finanziell unabhängig.

Prinzipiell gibt es verschiedenen Einnahmequellen, sobald man eine anständige Followerzahl vorweisen kann und für Unternehmen daher interessant geworden ist :

  • Kostenlose Produkte, inklusive Flugtickets, Aufenthalt in Hotels, etc.
  • Affiliate Marketing
  • Eventuell Verkauf von eigenen Produkten im Online Shop (etwa Koffer, Rucksäcke, Reiseutensilien, etc.)
  • Geschaltete Werbung auf der Webseite
  • Honorare für Produktnennungen, gesponserte Beiträge, etc.
  • Manche Verkaufen auch eigenen online Kurse, z.B. zum Reisefotografieren
  • Dienstleistungen anbieten (viele Blogger halten Vorträge, geben Beratungen rund um das Thema Bloggen und Influencer Marketing

Das Affiliate Marketing ist eine sehr einfache Angelegenheit, die eine Win-Win Situation für alle Seiten darstellt. Im Artikel werden Produkte und Dienstleistungen verlinkt. Klickt der Leser darauf und kauft die entsprechenden Produkte oder Dienstleistungen, erhält der Blogger eine Kommission. Dem Leser entstehen keinerlei Kosten, das Unternehmen verkauft sein Produkt und der Blogger bekommt eine Entlohnung für seine Mühen.

Wichtig ist, dass Du nur Produkte empfiehlst, Die wirklich gut sind und hinter denen Du stehen kannst, denn einer der wichtigsten Aspekte für den Erfolg eines Influencers ist die Glaubwürdigkeit.

Noch ein paar Tipps – Hierauf musst Du Wert legen

Damit das Vorhaben Reiseblogg also von Erfolg gesegnet sein wird, musst Du einiges an Arbeit reinstecken. Wichtig ist, dass Du immer auch persönlich bleibst. Denn die Reiseberichte von Bloggern sind deshalb so reizvoll, weil man irgendwie als Leser mit auf die reise genommen wird und zum Blogger eine nahezu persönliche Beziehung aufbaut. Wichtig und interessant sind daher auch Missgeschicke, Probleme, die bei der Reise eventuell aufgetaucht sind, und wie der Blogger damit umgegangen ist. Dies macht nämlich den Blog einzigartig, sonst könnte man ja schließlich auch einfach einen Reiseführer lesen.

Ratsam ist auf jeden Fall auch, die Einnahmequellen zu diversifizieren. Nur allein auf Gaben und Honorare von Unternehmen zu hoffen ist riskant, zudem ja auch die Konkurrenz ziemlich hoch ist.

Der Verkauf eigenen Produkte oder das Affiliate Marketing sind sehr gute Optionen, um zusätzliche Einkommen zu erzielen und von den marketing Abteilungen der Unternehmen etwas unabhängiger zu sein.

Zudem solltest Du natürlich auch auf die Unterstützung durch eine gute Influencer Marketingagentur, wie beispielsweise Adfluencer.de, setzen. Hier bekommst Du einfacher Kollaborationen mit Unternehmen und auch der Kontakt zu anderen Bloggern fällt leichter. Ganz abgesehen davon, dass Du hier auch wichtige Informationen und Tutorials zur Verfügung gestellt bekommst.

Fazit zum Thema Reiseblog

Wer gerne leidenschaftlich reist, gut schreiben kann, gerne auf verschiedenen Social Media Kanälen unterwegs ist und wem es nichts ausmacht, sein Privatleben mit anderen zu teilen, der wird als Influencer im Segment Travel und Lifestyle ganz sicher erstens seine helle Freude haben und zweitens damit auch gut Geld verdienen können. Wichtig ist allerdings, das Vorhaben wirklich professionell anzugehen.

Wir wünschen viel Spaß beim Aufbau des Blogs und beim Weltenbummeln!